Von den Holzkämmen zum Waldbaden

Beim Arbeiten mit Holz ist mir bewusst, wie wichtig der Wald und jeder einzelne Baum für uns ist.

Eine meiner liebsten Arbeiten beim Fertigen der Holzkämme, ist die Auswahl des Holzes für den gewünschten Kamm, meiner Kunden.

Da liegen Bohlen aus Kirsche, Ahorn, Hainbuche oder Elsbeere vor mir. Die einen sind sehr breit mit Spannungsrissen in der Mitte, die anderen haben sichtbar Äste entwickelt. Mir ist bewusst wie alt die Bäume geworden sind, die ich verarbeite. Meist sind sie ca. 100 Jahre alt und haben schon so vieles erlebt. Bei der Auswahl des Holzes ist es mir wichtig, dass ich aus einem Stück Holz so viele Kämme wie möglich fertigen kann. Das fühlt sich für mich einfach stimmig an. Klar ist es ökonomisch. Es hat für mich noch einen anderen Aspekt. Es fühlt sich wie Respekt, Demut und Dankbarkeit gegenüber dem Holz und der Natur an, aus dem Holz noch so viel wie möglich schöne Kämme zu fertigen und damit unsere Kunden glücklich zu machen.

Ob ich nun das Holz auswähle, das Holz bearbeite oder ganz bewusst im Wald spazieren gehe. Ob ich Unkräuter und Kräuter für den Arzneischrank der Familie sammle, jedes Mal fühle ich mich mit der Natur verbunden. Meine Atmung wird langsamer, meine Gedanken sind mehr bei mir und ich tanke Freude, Vertrauen, Gelassenheit und Energie.

Beim Arbeiten mit Holz ist mir bewusst, wie wichtig der Wald und jeder einzelne Baum für uns ist.

So wie der Mensch Sauerstoff einatmet und Kohlendioxid ausatmet, so nimmt der Baum über seine Blätter Kohlendioxid auf und gibt Sauerstoff an uns ab. Eine wundervolle Symbiose, die uns Menschen das Leben ermöglicht.

Drehen wir den sichtbaren Teil eines Baumes um und teilen wir seine Krone in zwei Teile, so erkennen wir unsere Lungen in ihm wieder.

Schauen wir ein wenig genauer hin, dann finden wir bis ins kleinste Detail Parallelen zu unserem Körper.

In Blättern findet Photosynthese statt. Hierbei wird der grüne Farbstoff Chlorophyll gebildet.

So wichtig, wie für die Pflanzen das Chlorophyll ist, so wichtig ist für Mensch und Tier das Hämoglobin im Blut.

Diese beiden Substanzen unterscheiden sich „nur“ durch das Atom in ihrer Mitte. Im Hämoglobin ist ein Eisenatom enthalten, dass Sauerstoff bindet, damit der Sauerstoff mittels des Bluts von A nach B transportiert werden kann. Im Chlorophyll ist in der Mitte des Moleküls ein Magnesiummolekül enthalten, das wertvolles Sonnenlicht aufnehmen kann, damit Photosynthese überhaupt erst stattfindet.

Unzählige Beispiele kann ich hier nennen, wo wir die Natur oder Systeme und Rhythmen aus dem Wald in uns wieder finden.

Wir werden dem Wald nicht gerecht, wenn wir uns nur auf Sauerstoff, Kohlendioxid, Chlorophyll und Hämoglobin beziehen.

Die Natur im Wald ist ein Miteinander. Jeder Baum treibt Wurzeln in den Boden. Die einen tief und die anderen eher an der Oberfläche. Durch diese Wurzeln nehmen sie Wasser und Mineralien auf und geben sie auch an bedürftige Nachbarn ab – genial.

Ein Teil der Kommunikation zwischen Bäumen findet mit Hilfe von Pilzen im Waldboden statt. Das tun sie gerne, da sie dafür von den Bäumen Nahrung erhalten.

Und dann sind da noch die Terpene in der Luft. Terpene sind Duftstoffe, die antibakteriell, antiviral und beruhigend sein können und vermehrt von den Bäumen abgesondert werden, sobald wir den Wald betreten.

Seit Bestehen der Menschheit ist der Mensch mit der Natur und dem Wald verbunden. Es ist ein Geben und ein Nehmen, ein Werden und ein Sein. Beim Waldbaden nehmen wir körperlich und mental die heilsame Atmosphäre in uns auf. Achtsamkeit und das Verbinden mit der Natur sind hierfür wesentliche Schlüssel.

Diese Atmosphäre nehme ich auch auf, wenn ich das Holz bearbeite und daraus Kämme fertige.

Weil für mich der Wald und die Natur so ein wertvoller und schützenswerter Lebensraum sind, habe ich mich dazu entschieden Kurse rund um die Natur anzubieten.

Mit offenen Augen durch die Natur gehen, hat mir schon so oft Antworten auf Fragen geschenkt. Es macht mich glücklich, dankbar und zufrieden. Es gelingt mir nicht, wenn ich auf dem Mountain Bike unterwegs bin, da bin ich einfach zu schnell unterwegs.

Um mich mit der Natur, dem Wald oder mit einem Baum zu verbinden, braucht es Achtsamkeit und eine Reduzierung meiner Geschwindigkeit. In diesem Moment schaltet unser Nervensystem vom angespannten Sympathikus, auf den entspannenden Parasympathikus um. Die Sinne werden geschärft, unser Empfinden wird sensibler, unser Puls verlangsamt sich, Entspannungsübungen sind wirkungsvoller und Meditationen tiefer.

Was für eine Wohltat.

Genau das ist der Grund für die Waldbadenkurse und die Kurse rund um die 4 Elemente.

Die Wohltat und die heilsame Atmosphäre der Natur möchte ich mit Dir/Ihnen teilen.

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