Holzarten

Ahorn

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Meist ist der Ahornbaum mehr als 100 Jahre alt bevor er gefällt wird und zu uns kommt.

Der Durchmesser ist dann einen guten Meter und meist kennen wir den Ort an dem der Baum im Umkreis von maximal 100 Kilometern stand. Der Stamm wird dann mehrere Jahre getrocknet bevor wir dann daraus Tausende von Kämmen fertigen. Seine warme und glatte Haptik, die Leichtigkeit des Verarbeitens und die passenden langen Fasern, machen ihn zu einem idealen Kammholz.

Das Ahornholz ist meist hell, dunkelt nach und ist feinporig. Der Kern kann oft auch bräunliche und sogar rosa sein. Früher nutze man das Ahornholz, um Pfähle für den Grundaufbau von Hütten zu bauen. Diese bildliche Analogie zum Zahn eines Kammes gefällt mir sehr gut. Axtstiele wurden auch sehr gerne aus dem Holz des Ahorns hergestellt, da das Holz angenehm warm in der Hand liegt.

Besonders beim Holzhacken im Winter tat es gut einen Stiel aus Ahorn in der Hand zu halten. Buche oder gar Hainbuche sind kalt und brauchen viel länger, um in der Hand warm zu werden. Beim Sägen der Holzrohlinge aus Ahorn liegt ein besonderer Duft in der Werkstatt – Pancakes mit Ahornsirup – und zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht. Einer Legende nach beobachtete ein Indianer in Canada ein Eichhörnchen, wie es ein kleines Loch in die Rinde des Ahornbaums biss. 

Es trank den Saft, der aus der Rinde kam. Der Indianer schaute dem Eichhörnchen das Verhalten ab, schnitzte ein Loch in die Rinde, probierte den austretenden Saft und erzählte es seinen Brüdern. Das war der Beginn der Gewinnung von Ahornsirup. Die Symbolkraft des Ahorns steht für Ruhe, einem klaren Kopf und den Ausgleich zwischen 2 Polen.

Apfel

Apfelholz

Wir schätzen das sehr feinporige Holz des Apfels sehr. Es ist mittelhart und nicht all zu langfaserig und hat für einen Holzkamm einen ganz eigenen positiven Charakter.
Es ist mechanisch sehr glatt zu bearbeiten. Nicht immer haben wir Apfelholz zur Verfügung, denn die Qualität, die wir benötigen ist rar.

Wir benötigen Apfelbäume mit einem Durchmesser von mindestens 50cm, die keinen Drehwuchs haben und keine faulen Stellen. Haben wir diesen Stamm von Obstbauern aus der Region erhalten, lagert das Holz 8-10 Jahre. Ist es dann gelungen, dass das Holz während dem Trocknen nicht gerissen ist, dann können wir wunderschöne Holzkämme daraus fertigen. Kennen Sie die Symbolik des Apfelbaums? Er steht für die Liebe.

Elsbeere

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Elsbeerenholz ist rar und auf Grund seiner Qualität und Farbe sehr gefragt. Das weißlich-gelbe bis altrosa farbene Holz ist sehr feinporig und mittelhart. Wir verwenden ausschließlich ungedämpfte Elsbeere, da das Holz durchs Dämpfen weicher wird und an Elastizität verliert.
Durch diese Eigenschaften saugt es bei Feuchtigkeit wenig Wasser in sich auf. Der Geruch beim Verarbeiten ist angenehm fruchtig und säuerlich.

Das Elsbeerenholz, dass wir heute verwenden kommt von Bäumen, die fast 300 Jahre alt wurden und im Steigerwald standen, bis sie auf Grund des Alters gefällt werden mussten. Vor mehr als 20 Jahren haben wir mehrere Elsbeerenbäume auf unserem Grundstück gepflanzt. Es werden wohl die Enkel oder Urenkel meiner Kinder sein, die die Entscheidung treffen werden, wann es an der Zeit ist einen der gepflanzten Elsbeerenbäume zu fällen. Bis dahin werden sie uns noch unzählige Stunden Schatten und reichlich Elsbeermarmelade schenken.

Die schöne Else, wie viele die Elsbeerenbäume nennen, wird in der Literatur häufig als Glücksbaum bezeichnet. Auch heute sind alte Elsbeerenbäume eine stolze Erscheinung mit einer hohen Anziehungskraft. Baum und Holz strahlen innere Ruhe, Gelassenheit und Konzentration auf die inneren Stärken aus.

Hainbuche

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„Kein Holz erdet mich durch seinen Geruch derart, wie der Duft von frisch bearbeiteter Hainbuche!“.
Hainbuchenholz riecht beim Sägen, Schleifen und Polieren leicht modrig und erdig. Da das Holz sehr hart und feinporig ist, hält sich der Geruch nicht am Holz. Die Hainbuche gehört zu den Birkengewächsen und meist kennt man sie nur als Hecke und nicht als Baum der einen Durchmesser von bis zu 1,5m haben kann.

Das meist hellgraue, feinporige und sehr harte Holz ist als Kammholz bestens geeignet, da es sich sehr glattschleifen und polieren lässt. Hainbuchenholz ist eins der härtesten Hölzer aus Europas Wäldern. Im Verhältnis zum Holz der Elsbeere ist es weniger elastisch, was ab der groben Zahnung nicht wirklich von Bedeutung ist. Vor mehr als 10 Jahren modernisierten wir unsere Wasserkraftanlage.

Das große Schwungrad, das von der Turbine im Wasser über eine Welle angetrieben wurde, hatte Holzzähne aus dem Holz der Hainbuche. Alle 50 Jahre wurden diese Zähne gewechselt, bis wir uns davon trennten und ein Getriebe einbauen ließen. Das Holz der Hainbuche wurde häufig bei Wind- und Wassermühlen verwendet. Es ist ein so hartes, zähes und widerstandsfähiges Holz, dass es mit diesen Kräften sehr gut umgehen kann. Holzkohle aus dem Holz der Hainbuche sorgt für eine so heiße Glut, dass sogar Eisen schmelzen kann.

Kirsche

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Mal mehr rot oder grün oder doch eher schüchtern gelb – kein Holz in unserer Werkstatt ist so beständig unterschiedlich in der Farbe und riecht beim Sägen so fruchtig süß, wie das Holz des Kirschbaums. Dieser Geruch erinnert an die Kirschblüten, die in Japan und anderen Ländern für Reinheit und Schönheit stehen. Das meist harte, dichte und feinporige Holz vieler Kirschsorten eignet sich gut für unsere Holzkämme. Durch Lichteinfluss und die Aufnahme des Haarfetts wird Ihr Kamm aus Kirschholz Stück für Stück dunkler. Oft entstehen warme Rottöne, die zu Zeiten des Jugendstils oder der Biedermeierzeit wunderschöne Möbel entstehen ließen.

Olive

Olive

Olivenbäume sind immergrün, schenken durch die Früchte wertvolles Olivenöl und wurden von den alten Griechen sehr geschützt. Das Holz der Olivenbäume durfte nur für Kultstatuen verwendet werden. Wer kennt sie nicht, die Taube mit dem Ölzweig im Schnabel, die Hoffnung, neues Wachstum und Frieden symbolisiert.

Das Holz des Olivenbaums ist je nach Standort sehr unterschiedlich. Wir verwenden ausschließlich Holz ohne Drehwuchs und Wurzelbereich, da dieses Holz feinporig, hart und unempfindliche gegenüber Feuchtigkeit ist. Die starke Maserung macht jeden Kamm zu einem besonderen Unikat. Der Geruch ist einzigartig. Es riecht beim Sägen, Schleifen und Polieren von Olivenholz einfach nach der Farbe Grün.

Speierling

Speierlingholz

Speierlingholz gibt es im Fachhandel kaum zu kaufen. Es sind die jahrzehntelangen geschäftlichen und freundschaftlichen Verbindungen, die uns immer wieder die Gelegenheit geben das für uns so wertvolle Speierlingholz zu erwerben.

Ein herzlicher Dank an dieser Stelle dafür.

Speierlingholz ist meinem Eindruck nach noch härter, fester und schwerer als das Holz der Hainbuche. Man kann es mechanisch so wunderbar glattschleifen – nahezu wie Stein. Idealerweise ist das Holz langfaserig und ist somit sehr elastisch. Das sind die perfekten Eigenschaften für einen Holzkamm.

Ja, nicht jedes Modell haben wir aus dem Holz des Speierlingbaums. Das Holz ist selten und wir sind bestrebt so viel wie möglich Kämme aus einem Baum herzustellen. Das sind dann eben mal wenige Kämme, die 18cm lang sind, sondern mehr 16cm lange Kämme oder 12cm lange Kämme.

Früher wurde Speierlingholz beim Schiffbau verwendet. Eingebaut in den Schiffsbug sollte das Holz den Wellenzauber brechen.

In Webstühlen verwendete man Speierlingholz anstelle von Buchsbaum für besonders beanspruchte Teile.

2019 haben die Speierlinge, die wir auf unserem Grundstück gepflanzt haben etwas für mich ganz besonderes gezeigt. Zwei Speierlingbäume stehen keine 50m von einander entfernt. Der Sommer war heiß und trocken und es überraschte mich, dass einer der Bäume schon Ende August damit anfing seine Blätter zu verlieren, während der andere Speierlingbaum noch sehr an seinen Blättern festhielt.

Mit einem Baumkundigen vom Forst in Erlangen unterhielt ich mich darüber und er erklärte mir, dass es mutige und vorsichtige Bäume gibt. Der Baum, der so früh seine Blätter verlor, war der Mutige, der schon sehr früh im Frühjahr getrieben haben musste.
Er meinte: „so funktioniert Evolution“. Eine ganz besondere Erfahrung und Erkenntnis für mich. Vielen Dank dafür.

Ginkgo

Ginkgo

Der Gingko Biloba Baum wird auch Mädchenhaarbaum genannt. Er ist der einzig Überlebende der Familie der Ginkgoaceae, die vor etwa 160 Millionen Jahren in vielen Teilen der Welt (auch in Europa) beheimatet war. Und er überlebte die Atombombe, die im 2. Weltkrieg auf Hiroshima abgeworfen wurde. 4 Bäume überlebten im Epizentrum und blühten im darauf folgenden Frühling wieder auf – wie ein Wunder.

In Ostasien ist der Ginkgo ein heiliger Baum, der die Urkraft des Lebens verkörpert (weit vor dem 2. Weltkrieg schon). Das Ginkgoholz, dass ich heute in der Werkstatt verwende kommt aus Weimar. Goethe war es, der dort viele Ginkgobäume pflanzen ließ. Es ist ein fast magischer Duft, der sich in der Werkstatt verteilt, wenn ich mit Ginkgoholz arbeite und warum auch immer, schnell werden die verschiedenen Arbeitsschritte wie meditativ.

Das Ginkgoholz ist sehr feinporig und langfaserig und eignet sich gut für einen Kamm. Da das Holz eher weich ist, habe ich die beste Erfahrung mit unserer breiten Zahnung gemacht.

Eibe

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Die Eibe ist ein sehr spannender Baum. Fast alles an ihm ist giftig und enthält den Wirkstoff Taxin. Es sind die roten Früchte, genau genommen ausschließliche das rote Fruchtfleisch, das ungiftig ist.

Tier und Mensch sollten weder Zweige noch Nadeln zu sich nehmen.

Wieviel Taxin in einem abgelagerten Stück Eibenholz enthalten ist, wissen wir nicht.

Aus reiner Vorsicht: bitte geben Sie keinem Kind diesen Kamm. Wir tragen beim Arbeiten mit Eibenholz keinen Atemschutz und habe bisher keine Symptome vom Taxin festgestellt. Um auf Nummer sicher zu gehen, geben Sie den Kamm bitte keinem Kind und kauen Sie bitte selbst nicht darauf herum.

Das Holz der Eibe ist hart, feinporig und hat ein Farbspiel von orange bis pink.

Da das Holz auch sehr elastisch ist, wurde es früher gerne für den Bau von Bögen und Speeren verwendet. Auch bei „Ötzi“ der Gletschermumie wurde ein Bogen aus Eibenholz gefunden.

Eibenholz hat seinen ganz eigenen Charakter.

Wacholder

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Es ist das strauchförmige Wachstum was die Arbeit mit Wacholderholz zu einer Herausforderung macht. An vielen Bereichen sieht man die Ansätze der Äste und deshalb arbeiten wir sehr aufmerksam mit diesem sehr seltenen Holz. Wacholder kann Baum und Strauch sein und das in einer Pflanze.

Wacholder zählt als Zypressengewächs zu der Familie der Piniengewächse und bildet kein Harz aus. Dafür verströmt es einen langanhaltenden eigenen, sehr erfrischen Geruch.

In der Literatur (Das Holz des Wacholders – Eigenschaften und Verwendung von Dietger Grosser) wird beschrieben, dass Wacholderholz in früheren Zeiten als bevorzugtes Holz für Kämme galt. Meiner Vermutung nach, weil es mit den Werkzeugen, die damals zur Verfügung standen, sehr gut zu verarbeiten war.

Wenn ich mit Wacholderholz arbeite und sich der unverkennbare Duft in der Werkstatt verteilt, dann fühle ich mich frisch, frei und lebendig. Der Geist wird klar und die Motivation verstärkt.

Zwetschge

Zwetschgenholz

Zwetschgenholz ist eine Rarität. Wir suchen nicht danach, denn es findet uns. Es sind Obstbauern oder private Personen die einen Zwetschgenbaum fällen müssen und sich dann an uns wenden, ob wir Interesse haben.

Die Trocknung ist heikel und langwierig. Ist sie gelungen steht uns ein fantastisches Holz für unsere Kämme zur Verfügung. Hart und feinporig mit einer einzigartigen Farbkombination aus Rosa, Violett und Braun. Der Faserverlauf erinnert oft an Flammenmuster. Es wundert nicht, dass Zwetschgenholz den Elementen Feuer und Erde zugeschrieben wird.

Menschen, die sich auf den Baum und das Holz einlassen spüren, dass das Holz Selbstvertrauen stärkt und an die eigenen Stärken erinnert.

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