Mai 1, 2020

Holz oder Horn?


Das ist wie:
Geha oder Pelikan. Pepsi oder Cola. Alpro oder Sojade.
Unserer Erfahrung nach gibt es kein Besser oder Schlechter. Die Einen sind mit einem Holzkamm glücklich und die Anderen mit einem Hornkamm. Beide haben ihre Vorteile.

Vorteile des Holzkamms


Ein Holzkamm verhält sich elektrostatisch neutral, liegt mit der Holzhaptik in der Hand und überrascht Neukunden immer wieder durch seine Leichtigkeit. Beim Kämmen ist ein leichtes hölzernes Geräusch zu hören. Da der Holzkamm nicht mit Bienenwachs oder anderen Poliermitteln behandelt wurde, ist er vegan. Regionaler Holzeinkauf ist uns sehr wichtig und ganz besonders der ressourcenschonende Umgang mit dem wertvollen Rohstoff Holz. Durch das mechanische sehr feine Schleifen gleitet ein Holzkamm sanft und schonend durch Ihr trockenes und nasses Haar. Er wird Ihnen viele Jahre Freude bereiten. Durch die Auswahl von verschiedenen Hölzern wie Ahorn, Apfel, Elsbeere, Hainbuche, Kirsche oder Speierling können Sie den schönsten Kamm für sich aussuchen. Bewiesen ist, dass es beim Kämmen mit einem Holzkamm zu keiner elektrostatischen Aufladung kommt. Da sich elektrostatischer Aufladung stressartig auf den Organismus auswirken kann, schützen Sie sich bei der Verwendung eines Holzkammes. Kämmen tut gut und ist gesund.

Vorteile des Hornkamms


Horn ist das gleiche Material wie unser Haar: Keratin. Deshalb gleitet ein Hornkamm nahe widerstandslos beim Kämmen durchs Haar. Wer einmal einen Hornkamm hatte, wird dieses Kämmgefühl immer wieder haben wollen. Doch Horn lädt sich etwas elektrostatisch auf. Wer hier sehr empfindlich ist, dem empfehlen wir einen unserer Holzkämme. Meine Erfahrung ist, dass Menschen deren Haare fein sind und schnell verknoten, die statische Aufladung kaum wahrnehmen und sich diese Ladung wie positiv (entwirrend) auf die Haare auswirkt.

Herkunft des Rohstoff Horn


Es gab eine Zeit, da gab es in Ungarn noch Hornplatten zu kaufen – gut auch zu dieser Zeit musste man Glück haben, dass sie die benötigte Qualität hatten.
Heute werden die Tiere jünger geschlachtet und das Horn hat kaum Möglichkeit zu wachsen. Heute gibt es leider kein europäisches Horn mehr aus dem Hornkämme gefertigt werden kann. Vor einigen Jahren haben wir versucht mit einem Bio Anbauverband aus einheimischem Horn Kämme herzustellen – sehr kleine Bartkämme – ja das ist möglich, doch der Aufwand steht nicht im Verhältnis.

Und woher kommt nun das Horn?

Das von uns verwendete Rinderhorn kommt aus Afrika und das Büffelhorn aus Indien. Es sind jahrzehntelange Verbindung zu den Firmen, die für uns aus den Hörnern Kammrohlinge fertigen, die wir für unsere Kämme benötigen. Im 19. Jahrhundert gab es zwei Berufe. Es gab den Kammacher und den Kammzurichter. Ähnlich wie der Gerber, der Tierhaut zu Leder verarbeitet und der Kürschner das fertige Leder dann bei ihm kauft, hat der Kammacher die Hornplatten vom Kammzurichter erhalten. Wir haben in unserer Familie das Kochen, Aufsägen, Aufbiegen und Ausstanzen des Horns nicht gelernt und freuen uns hochwertigste Hornrohlinge von Firmen erhalten zu können, die hier jahrzehntelange Erfahrung haben.

Warum die Form der Hornkämme so gleich sind?


Die Form wird ausgestanzt, wenn das Horn noch warm und weich ist. Ja es wirkt nicht klimaneutral, wenn das Material von Afrika nach Asien im Container versendet wird, dann bearbeitet wird und nach Deutschland gelangt. Die Qualität ist für mich hier ein wesentlicher Punkt. Die Herstellung der Hornrohlinge benötigt genauso viel Erfahrung, wie das Kämmemachen selbst. Ich persönlich möchte morgens meinen Hornkamm nicht missen, den mir mein Vater vor mehr als 25 Jahren geschenkt hat.

Nachhaltigkeit


Ja, ich kann es vertreten, denn ich habe Holzkämme gesehen, die 8, 10 oder 15 Jahre alt waren und deren Zähne durch das Kämmen dünner und runder geworden sind.
Das kann bei einem Hornkamm nicht geschehen, weil Horn und Haar dasselbe Material sind. Um so mehr habe ich Hornkämme gesehen, die vererbt wurden. Sie waren 20 und mehr als 30 Jahre alt. Das passiert gar nicht so selten. Wichtig hierbei ist, dass Sie Ihren Hornkamm ein bis zweimal im Jahr einölen, damit das Horn elastisch und glatt bleibt.

0