Eibe, Ginkgo, Olive und Wacholder – Unsere gut behüteten Schätze

Die Eibe ist ein sehr spannender Baum. Fast alles an ihm ist giftig und enthält den Wirkstoff Taxin. Im Vergleich zum Holz der Eibe kann es kaum einen größeren Kontrast als zum Ginkgoholz geben.

Eibenholz

Die Eibe ist ein sehr spannender Baum. Fast alles an ihm ist giftig und enthält den Wirkstoff Taxin. Es sind die roten Früchte, genau genommen ausschließliche das rote Fruchtfleisch, das ungiftig ist.

Tier und Mensch sollten weder Zweige noch Nadeln zu sich nehmen. Wieviel Taxin in einem abgelagerten Stück Eibenholz enthalten ist, wissen wir nicht.

Wir tragen beim Arbeiten mit Eibenholz keinen Atemschutz und habe bisher keine Symptome vom Taxin festgestellt.

Das Holz der Eibe ist hart, feinporig und hat ein Farbspiel von orange bis pink.

Da das Holz auch sehr elastisch ist, wurde es früher gerne für den Bau von Bögen und Speeren verwendet. Auch bei „Ötzi“ der Gletschermumie wurde ein Bogen aus Eibenholz gefunden.

Beim Verarbeiten oder Verweilen in einem Eibenwald erinnere ich mich oft an seine Mythologie. Es ist eine Zeit zwischen hier und da und oft deckt sie die Veränderung im Leben auf und schenkt dafür Fokus und Kraft.

Ginkgoholz

Im Vergleich zum Holz der Eibe kann es kaum einen größeren Kontrast als zum Ginkgoholz geben.

Das feinporige, weiche, zarte Holz mit magischem, durchdringendem Duft ist eine Freude beim Verarbeiten.

Der Gingko Biloba Baum wird auch Mädchenhaarbaum genannt. Er ist der einzig Überlebende der Familie der Ginkgoaceae, die vor etwa 160 Millionen Jahren in vielen Teilen der Welt (auch in Europa) beheimatet war. Und er überlebte die Atombombe, die im 2. Weltkrieg auf Hiroshima abgeworfen wurde. 4 Bäume überlebten im Epizentrum und blühten im darauffolgenden Frühling wieder auf – wie ein Wunder.

In Ostasien ist der Ginkgo ein heiliger Baum, der die Urkraft des Lebens verkörpert (weit vor dem 2. Weltkrieg schon). Das Ginkgoholz, dass ich heute in der Werkstatt verwende, kommt aus Weimar. Goethe war es, der dort viele Ginkgobäume pflanzen ließ.

Ist es das was wir sehen? Ein Laubbaum?

Nein.

Es ist ein Ginkgo biloba und weder Laub- noch Nadelbaum, dafür ein lebendes Fossil.

Das zum Teil zweigeteilte Ginkgoblatt wird als Symbol von Yin und Yang gedeutet und bedeutet auch Freundschaft und Hoffnung.

Olivenholz

Von der Hoffnung zum Frieden.

Es war ein Ölzweig, den die Taube im Schnabel hatte und Noah brachte. Ein Zeichen des Friedens. Wenn ich mir das sehr gemaserte, lebhafte Olivenholz so ansehe und den unbeschreiblich grünen Duft des Holzes einatme, dann wünsche ich mir Frieden in uns und mit all den anderen einzigartigen Individuen.

Olivenbäume sind immergrün, schenken durch die Früchte wertvolles Olivenöl und wurden von den alten Griechen sehr geschützt. Das Holz der Olivenbäume durfte nur für Kultstatuen verwendet werden. Wer kennt sie nicht, die Taube mit dem Ölzweig im Schnabel, die Hoffnung, neues Wachstum und Frieden symbolisiert.

Das Holz des Olivenbaums ist je nach Standort sehr unterschiedlich. Wir verwenden ausschließlich Holz ohne Drehwuchs und Wurzelbereich, da dieses Holz feinporig, hart und unempfindliche gegenüber Feuchtigkeit ist. Die starke Maserung macht jeden Kamm zu einem besonderen Unikat.

Hatten Sie schon einmal die Gelegenheit Zeit in einem Olivenhain zu verbringen? Es ist ein magischer Ort und eine magische Zeit.

Wacholderholz

So intensiv frisch und fruchtig das Holz riecht, so sanft und warm sind die Farbe und die Haptik des Holzes.

Es ist das strauchförmige Wachstum was die Arbeit mit Wacholderholz zu einer Herausforderung macht. An vielen Bereichen sieht man die Ansätze der Äste und deshalb arbeiten wir sehr aufmerksam mit diesem sehr seltenen Holz. Wacholder kann Baum und Strauch sein und das in einer Pflanze.

Wacholder zählt als Zypressengewächs zu der Familie der Piniengewächse und bildet kein Harz aus. Dafür verströmt es einen langanhaltenden eigenen, sehr erfrischen Geruch.

In der Literatur (Das Holz des Wacholders – Eigenschaften und Verwendung von Dietger Grosser) wird beschrieben, dass Wacholderholz in früheren Zeiten als bevorzugtes Holz für Kämme galt. Meiner Vermutung nach, weil es mit den Werkzeugen, die damals zur Verfügung standen, sehr gut zu verarbeiten war.

Wenn ich mit Wacholderholz arbeite und sich der unverkennbare Duft in der Werkstatt verteilt, dann fühle ich mich frisch, frei und lebendig. Der Geist wird klar und die Motivation verstärkt.

Ihre Kammacherin

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